Don Camillo Montmirail

1977
Auf einer Rüstzeit für christliche Bands entsteht bei einem Teil der Mitglieder der Band „Don Camillo" die Idee einer lebenslänglichen Gemeinschaft. Georg und Beni Schubert, sowie Xandi Bischoff entscheiden sich, in der Tradition der Klöster zu leben. Im Oktober beziehen sie eine Altbauwohnung in Birsfelden, einem Vorort Basels. Die Männer-WG startet mit gemeinsamer Kasse, Gebeten und Seelsorge.

1978
Ihre Freundinnen machen mit: Beginn der Frauen-WG im Kleinbasel im Mai 1978.

1979
Sylvester: Beschluss, in die Oekolampadgemeinde zu ziehen und um die Thomaskirche Wohnungen zu suchen.

1980
Engagement in der Thomaskirche.

1982
Anfrage einer alten Afrikamissionarin. Sie schreibt, dass das „Département missionnaire" Krankenpflegepersonal und einen Pfarrer suche.

1983
Ausreise von zwei Don Camillo-Familien nach Lissabon zum Sprachenaufenthalt. Anschliessend Umzug nach Angola.

1986
Nach mehr als fünf Jahren Arbeit in der Thomaskirche beginnt die Suche nach einem neuen Auftrag. Die Gemeinschaft sucht ein Haus, das gemeinschaftliches Wohnen erlaubt und genügend gross ist, um Gäste zu empfangen und Mitlebende auf Zeit aufzunehmen.

1987
Don Camillo erfährt von Montmirail, einer Internatsschule der Herrnhuter Brüdergemeine. Intensive Verhandlungen beginnen.

1988
Sechs Leute ziehen am 11. April nach Montmirail; im Laufe des Jahres folgen weitere DC-Mitglieder. Einige bleiben in Basel.
Die Don Camillo-Band wird auf den evangelischen Kirchentag in Halle/DDR eingeladen. Daraus entstehen Beziehungen und weitere Einladungen in den Folgejahren.

1989
Don Camillo Basel findet in der Johannesgemeinde ein neues Wirkungsfeld.

1992
Rückkehr der Familien aus Angola. Das erneute Aufflammen des Bürgerkriegs verunmöglicht ein weiteres Bleiben.

1993
Die Communität realisiert in einem schmerzhaften Prozess, dass klösterliche Ideale sich nur bedingt für gemeinschaftliches Leben mit Familien eignen. Strukturen werden demokratisiert und eine regelmässige Supervision eingerichtet. Dazu helfen langjährige Freunde mit ihren beruflichen Kenntnissen und Erfahrungen.

1995
Die Don Camillo-Band, die seit 1977 in wechselnder Formation Evangelisationsveranstaltungen in der Schweiz, in Frankreich und Deutschland durchgeführt hatte, wird aufgelöst.

1997
Am 14. Juni Gründung der „Compagnons de Montmirail".

1998
Beginn der Planungsarbeiten für den Umbau des Corps central.

1999
Im Herbst wird das Gästehaus für eine grundlegende Renovation für 18 Monate geschlossen. Eine grosse Zahl von Freunden hilft, die Renovation durchzuführen und zu bezahlen.
Fast drei Millionen Spenden kommen zusammen, rund 40'000 Arbeitsstunden von freiwilligen Helfern werden erbracht.

2001
An Ostern 2001 wird das neue Gästehaus eröffnet. Die Gäste freuen sich sehr an dem renovierten Gebäude.

2002
Die Expo.02 findet im Raum der drei Seen statt. Montmirail liegt mittendrin. Von Montmirail aus werden die Ausstellung „Un ange passe" und die beiden Events „Chorpfingsten" und „Bettag" organisiert.

2004
Aus Berlin besucht der Pfarrer der Segenskirche, einer evangelisch-lutherischen Gemeinde im Prenzlauer Berg, Montmirail. Er sucht eine Gemeinschaft, die ein „Stadtkloster" aufbauen helfen würde. Nach vielen Überlegungen und manchen Reisen hin und her entschliesst die Communität sich Ende 2006, das Wagnis einzugehen.

2007
Umzug von zwei Familien in den Osten Berlins, wo sie im Komplex der Segenskirche beginnen, Wohnraum herzurichten für sich und für Gäste.
Im selben Jahr feiert die Communität ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem fröhlichen Fest, bei dem Behördenvertreter die gute Zusammenarbeit betonen. Grund zur Dankbarkeit!

2008
Zwanzig Jahre Montmirail: Im September feiert Don Camillo Montmirail zusammen mit Gästen aus der Region und den Herrnhutern, die 1988 Montmirail übergeben hatten.
Im August startet der neue Betriebszweig "Don Camillo Perspective" – junge Menschen können im Rahmen beruflicher Massnahmen der IV in den verschiedenen Arbeitsgebieten ausgebildet werden. Damit soll die alte Berufung Montmirails, Ausbildungsstätte zu sein, wieder aufgenommen werden.

2012
Fertigstellung der Renovation an Fassade und Häusern in Berlin. Noch steht die Renovation der Kirche aus, aber die Gästezimmer sind bereit.
Eine Gruppe aus Montmirail kommt mit den Diakonissen in Bern in Kontakt und beginnt Überlegungen zu gemeinsamem Leben in Bern.
Martin und Susanne Knechtli-Kradolfer gelangen an die Gemeinschaft in Montmirail mit dem Vorschlag, Ideen für eine zu gründende Stiftung zu entwickeln, in die sie das an Montmirail angrenzende Landwirtschaftsland und einen grossen Teil des Weilers „Closel Bourbon" einbringen würden. Dieses unerwartete Geschenk ermöglicht es Don Camillo Montmirail, das Angebot für Jugendliche entscheidend auszubauen.

2013
Im Mai erfolgt die Schenkung von Martin und Susanne Knechtli an den Verein Don Camillo. Im Juli startet das Integrationsunternehmen „PerspectivePlus" im Herrschaftshaus Closel Bourbon 3. Die neue Struktur ist organisatorisch unabhängig von Don Camillo, wird aber von Montmirail stark mitgetragen.
Im August zieht ein Ehepaar aus Montmirail, sowie eine Familie nach Bern um, um mit den Schwestern der Stiftung Diaconis eine Stadtcommunität zu bilden und zu beleben. Zwei Berner Familien gesellen sich dazu.