Don Camillo Montmirail

1977 haben wir das Abenteuer gewagt, als evangelische Männer und Frauen in der Tradition der Klöster zu leben. Seither sind über 30 Jahre ins Land gegangen.
Der Traum ist über all die Jahre derselbe geblieben: Der Traum vom gemeinsamen Leben, in dem sich ein Stück der Guten Nachricht von Jesus Christus verwirklicht: Zusammen geistliches Leben zu teilen, zu beten und zu feiern. Zusammen die wirtschaftlichen Grundlagen für das gemeinsame Leben zu erarbeiten und zu verantworten, die Einkünfte zu teilen und so den Zusammenhang zwischen Leistung und Lohn aufzubrechen.  Gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, wie anderen Menschen vom Glauben erzählt werden kann, und Menschen ein Stück mitzunehmen auf dem gemeinsamen Weg. Einander zu tragen und zu ertragen. Sich selbst zu ertragen, und auf Gottes unbedingte Zusage zu einem Menschen, auch mit Ecken und Kanten, zu vertrauen. Einander deshalb auch nicht abzuschreiben, sondern immer wieder erste Schritte zu tun, aufeinander zu.

Entstanden ist dabei keine grossartige Bewegung und kein gewaltiges Werk. Wir leben noch, haben aber in all den Jahren Federn lassen müssen. Denn was wir uns am Anfang an Regeln und Bestimmungen gegeben hatten, haben wir im Laufe der Jahre immer wieder überdacht und angepasst (>Charta). Das war zum Teil erleichternd, aber oft auch ernüchternd. Manchmal war’s befreiend und manchmal enttäuschend.

Über die Jahre ist so eine Lebensgemeinschaft gewachsen, die Verschiedenheit aushält und die der Persönlichkeit der Mitglieder Rechnung trägt, indem sie lernt, Brücken zu bauen.

Darum ist das Brückenbauen auch die entscheidende Aufgabe von Don Camillo in Montmirail geworden: Wir empfangen Christen aller Couleur,  und suchen den Dialog. Wir wollen dem Glauben fern stehenden Leuten erst einmal zuhören. Wir bieten Ehepaaren Raum, neu zueinander zu finden. Wir empfangen Familien zu Ferien, die ihnen gut tun sollen. Wir begleiten Einzelne auf dem Weg zu Gott und zu sich selbst.  Mit Gruppen, die kommen, gehen wir ein Stück Weg, das Gespräche und manchmal Versöhnung eröffnet.

Zur Communität gehören circa 25 Erwachsene, dh. Familien, Ehepaare und alleinstehende Frauen.

Unsere Kinder sind nicht Mitglieder, weil sie einmal ihren eigenen Weg gehen sollen. Als Communität sind wir Teil der reformierten Kirche an den Orten, wo wir wohnen. Wir pflegen den Kontakt aktiv, weil die reformierte Kirche unsere Heimat ist. Dass gemeinsames Leben unreformiert sei, wird uns manchmal vorgehalten. Das stimmte, sähen wir es als besondere Leistung an. Gemeinsames Leben ist aber ein Geschenk. Ohne die Hilfe Gottes hätten wir schon längst aufgegeben.

Charta
Nach etwa 15 Jahren unserer Geschichte haben wir zum ersten Mal versucht, aufzuschreiben, was denn unsere Communität ausmacht: Die Stichworte, die am besten umschreiben, weshalb wir diesen Lebensstil gewählt haben und worin er besteht.
Wir nannten das Schriftstück nicht "Regel", weil wir denken, dass das ein grosses Wort ist. Charta schien uns besser, denn damit wird ausgedrückt, dass wir diese Schrift nicht als abgeschlossen betrachten, sondern als eine Leitlinie, die wir immer wieder überarbeiten müssen. Was wir an Abmachungen getroffen haben, nennen wir "Spielregeln" - auch sie können ändern, je nach Herausforderung der Zeit, in der wir leben.
Den Text können Sie bei uns anfordern. Wir halten ihn nicht für so ohne weiteres zitierbar - gerne kommen wir aber mit Ihnen ins Gespräch.
Rufen Sie uns an (032 756 90 00).